TERRORIST*INNEN
Was sind schon Terrorist:innen? Gestern Freiheitskämpfer:innen, heute Links-Wähler:innen, morgen Theaterbesucher:innen.
In einer Zeit, in der Sprache immer schneller zur Waffe wird, werfen Politiker:innen, Expert:innen und mediale Meinungsmacher:innen mit Zuschreibungen um sich, bis nicht mehr klar ist, wer eigentlich gemeint ist. Verwirrung ist dabei kein Nebenprodukt, sondern das Ziel. Die asozialen Medien erledigen den Rest.
Apokalyptisch verspielt und clever werfen sich 12 Darsteller:innen mit Freude an der Provokation dem Kategorienchaos entgegen und entwirren, was noch zu entwirren ist. Es entsteht eine Szenen-Revue, die mit Humor und Scharfsinn zwischen Sprache, Perspektive und Reflexion pendelt und gesellschaftliche Zuschreibungen hinterfragt.
Wenn schon keine Wahrheit, dann wenigstens keine Verarsche.
Am Anfang stand der Titel “TERRORIST*INNEN”
Die provokante Idee, im Stück eine Terrororganisation zu gründen und Nazis in die Luft zu jagen, wurde schnell von einer größeren Frage verdrängt:
Wer bezeichnet eigentlich wen als Terrorist:in?
Dieser Frage gingen wir in einer intensiven Recherche nach. Schnell wurde klar, dass der Begriff „Terrorismus“ weniger eindeutig ist, als er im ersten Moment scheint. Er ist kein neutraler Begriff, sondern wird fast immer von außen vergeben. Regierungen, Medien und dein rassistischer Opa nutzen ihn, um Gewalt zu benennen und einzuordnen. Doch diejenigen, die so bezeichnet werden, verstehen sich selbst oft ganz anders: Als Freiheitskämpfer:innen, Widerstands-kämpfer:innen, Links-Wähler:innen, Klima-Aktivist:innen,…
Diese Perspektivverschiebung eröffnete uns überraschende Einsichten. Wir begegneten historischen Beispielen, politischen Narrativen und widersprüchlichen Bewertungen ein und derselben Handlung.
Aus diesem Spannungsfeld heraus entwickelten wir gemeinsam mit dem Regieduo unser erstes Stück als Szenen-Revue.
Einige Texte waren bereits im Original so interessant, dass sie im O-Ton (mit der nötigen, künstlerischen Würzung) genutzt wurden. So finden sich im Stück zum Beispiel direkte Zitate von Friedrich Merz, Johannes Böhning und Ausschnitte aus einem Artikel zu einem ganz besonders absurden Bewerbungsprozess.
TERRORIST*INNEN ist keine einfache Antwort, sondern eine künstlerische Annäherung an ein komplexes Thema. Wir beleuchten die Macht von Begriffen, die Mechanismen der Zuschreibung und die Frage, wer eigentlich das Recht hat, Gewalt zu definieren.
© Ingo Solms
Premiere: 07.02.2026
Regie: Isabella Kolb & Asim Odobašić von depressed&ashamed
Produktionsleitung: Sibel İnceoğlu
Choreographie: Tatiana Feldman
Outside Eye: Tim Mrosek & Dr. Sarah Youssef
Mit Texten von: Isabella Kolb, Asim Odobašić, Tim Mrosek, Sibel İnceoğlu & Milena Chotjaturat
Es spielen die Darsteller:innen des 1000&Ein Kollektivs: Milena Chotjaturat, Hebûn Jîn Ertaş, Nele Meret Fischer, Linus Gomolka, Eda Kurt, Kevin Leske, Ibtisem Midani, Jana Münster, Renée Michelle Touschong, Eina Welsch, Kim Lana Westhagenmann, Lavinia Zubanovic & Gäste
Impressionen von der Premiere
Presse & Publikum
Networking Event: Vielfalt in Köln am 08. und 09. April im Foyer des Orangerie Theaters
Diversität ist ein Grundpfeiler unserer Demokratie und steht aktuell zunehmend unter Druck. Förderungen werden gekürzt, Projekte geschwächt und Engagement erschwert.
Vor diesem Hintergrund laden wir dazu ein, gemeinsam darüber nachzudenken, wie sich Vielfalt stärken lässt. Im Zentrum stehen Vereine, die sich täglich für marginalisierte Gruppen einsetzen und sich für eine offene und solidarische Gesellschaft engagieren.
10 Initiativen und Vereine aus Köln gaben Einblicke in ihre Arbeit, teilen ihre Perspektiven und machen ihr Engagement erlebbar.
Besucher:innen wurden eingeladen, ins Gespräch zu kommen, mehr über Angebote zu erfahren und Möglichkeiten kennenzulernen, sich selbst einzubringen.
Am 08. April nahmen folgende Vereine teil:
Am 09. April nahmen folgende Vereine teil: